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Wussten Sie schon…, Familie
09. August 2019

Kinder ertrinken schnell und leise

Es ist erschreckend: Bei Kindern unter vier Jahren ist das Ertrinken die zweithäufigste Todesursache. Selbst kleine Tümpel stellen eine Gefahr dar. Warum ist das so?

Wenn Kleinkinder vor dem Ertrinken gerettet werden können, bleiben oft schwere Schäden zurück, weil das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt. Vielen Eltern ist nicht bewusst, wie gefährlich selbst kleine Tümpel sein können. Sie lassen ihre Kinder in der Nähe von Gewässern unbeaufsichtigt spielen, sind mit ihrem Smartphone beschäftigt oder lassen sich ablenken bei der Beaufsichtigung. Eine grosse Gefahr stellen Badewannen, Swimmingpools, aber auch seichte Gartenteiche oder Badeplanschbecken dar. Schon 5-10 cm hohes Wasser kann für Kleinkinder gefährlich sein. Kleinkinder ertrinken leise. Sie schreien nicht. Sie haben gegenüber dem Körper noch einen überproportional grossen Kopf und stürzen dadurch leicht. Wenn sie mit dem Kopf ins Wasser fallen, entsteht eine Schockreaktion, die Atmung wird durch einen Reflex angehalten. Ein bisschen später kommt es zur spontanen Atmung und es wird Wasser eingeatmet, welches direkt in die Lunge gelangt. Das Kind wird bewusstlos und das Herz steht still. Kleinkinder sind nicht in der Lage, die Gefahren des Wassers zu erkennen. Wenn sie am Spielen sind, bemerken sie weder hohe Wellen, starke Strömungen, noch andere Gefahren. 

Sichere Schwimmhilfen wählen

Es ist wichtig, dass Eltern wissen, welche Schwimmhilfen Sicherheit bieten. Schwimmflügel sind unsicher und eignen sich nur, wenn eine erwachsene Person permanent auf die Kinder aufpasst. Wirklich sicher sind nur Schwimmwesten, welche den Kopf oben lassen. Auch hier müssen Kinder unter ständiger Beobachtung stehen. 

Tipps zur Vermeidung von Badeunfällen von Kleinkindern

  • Kleinkinder grundsätzlich nie unbeaufsichtigt lassen - weder in der Badewanne, noch im Planschbecken oder in der Nähe von seichten Tümpeln. Sind mehrere Erwachsene anwesend, soll man sich absprechen, wer auf die Kinder aufpasst. 
  • Sicherheitshalber dem Kind in der Nähe von Wasser eine Schwimmweste anziehen, das gibt zusätzliche Sicherheit.
  • Besuchen Sie so früh wie möglich Wassergewöhnungs- und Schwimmkurse mit den Kleinkindern. Dies ist ab ca. 3 Jahren möglich. Allerdings können Kinder erst mit etwa 5 Jahren richtig schwimmen lernen. Das Gehirn ist dann genügend weit entwickelt, um die richtigen Bewegungsabläufe umzusetzen. Schwimmkurse werden in Hallenbädern angeboten, neu auch im Swiss Holiday Park
  • Auch wenn ein kleineres Kind schon schwimmen kann, ist immer noch Vorsicht geboten. Vor allem wenn das Wasser kalt ist, bei Wellengang oder bei starker Strömung stösst ein Kind schnell an seine Grenzen. Erst ab etwa 10 Jahren und mit viel Übung ist ein Kind relativ sicher im Schwimmen und Abschätzen von Gefahren. 
  • Swimmingpools und Planschbecken sollen immer abgedeckt werden, sofern sie nicht genutzt werden.
  • Gartenteiche kindersicher machen (mit Zaun umhagen).
  • Regentonnen, Brunnen, etc. sicher verschliessen.
  • Wenn ein Kind ins Wasser fällt und am Ertrinken ist, muss man das Kind sofort aus dem Wasser ziehen und in eine Decke wickeln, damit es nicht unterkühlt. Selbst relativ warmes Wasser kann zu einer Unterkühlung führen. 
  • Immer einen Arzt aufsuchen, auch wenn das Kind nur Wasser geschluckt hat. Es könnte Wasser in die Lunge geraten sein.
  • Ist das Kind bewusstlos, muss es in die Seitenlage gebracht werden. Die Atemwege müssen dabei frei sein. Ist der Atem und der Puls nicht mehr zu spüren, folgt die sofortige Mund-zu-Mund-Beatmung und der Notarzt muss schnellstmöglich aufgeboten werden. Bis der Notarzt vor Ort eintrifft, darf die Beatmung und die Herzdruckmassage nicht unterbrochen werden. 
  • Kinder dürfen unter keinen Umständen geschüttelt oder mit den Beinen nach oben in die Luft gehalten werden. Das Wasser kann so nicht aus der Lunge entfliehen. 
  • Es ist empfehlenswert, Erste Hilfe Kurse regelmässig aufzufrischen.